15 JAHRE LUFTHAFEN AM ALTONAER KINDERKRANKENHAUS - INTENSIVMEDIZIN, DIE NAHEZU UNSICHTBAR BLEIBT
Vor 15 Jahren entstand am Altonaer Kinderkrankenhaus mit dem Lufthafen ein damals bundesweit einzigartiger Ort für Kinder und Jugendliche, die dauerhaft beatmet und intensivmedizinisch betreut werden. Zum 15-jährigen Bestehen blicken wir mit besonderer Verbundenheit auf dieses Projekt zurück. Für uns als Planungsbüro lag die besondere Herausforderung in einer scheinbaren Gegensätzlichkeit: Wie schafft man einen Ort, an dem rund um die Uhr intensivmedizinische Versorgung stattfindet, ohne dass Kinder, Jugendliche und ihre Familien diese medizinische Umgebung ständig wahrnehmen?
Die notwendige medizinische Infrastruktur ist in allen Bereichen vorhanden – auch im Wohnbereich. Beatmung, Überwachung und Betreuung gehören selbstverständlich zum Alltag. Gleichzeitig wurden Technik und medizinische Anforderungen so in die Räume integriert, dass sie möglichst wenig sichtbar und nicht raumprägend sind.
Die medizinische Versorgung ist jederzeit da – aber sie ist nicht das Erste, was man wahrnimmt. Stattdessen stehen die Kinder und Jugendlichen und ihre individuellen Bedürfnisse im Mittelpunkt. Eine Wohnküche, individuell gestaltbare Kinderzimmer, ein Garten mit Hochbeeten und rollstuhlgerechten Spielgeräten sowie ein Snoozle-Raum schaffen Raum für Gemeinschaft, Privatsphäre, Rückzug und Alltag.
Es ging dabei nicht darum, Medizin und Wohnen voneinander zu trennen, sondern intensivmedizinische Versorgung und möglichst viel Normalität miteinander zu verbinden. Denn ohne den Lufthafen hätten viele der betroffenen Kinder und Jugendlichen über lange Zeit auf Intensivstationen leben oder dort untergebracht sein müssen – in einer Umgebung, die von Medizintechnik, Überwachung und klinischen Abläufen geprägt ist.
Der Lufthafen schafft eine andere räumliche Erfahrung: Die medizinische Infrastruktur ist jederzeit verfügbar, tritt im Alltag jedoch bewusst in den Hintergrund. So wird trotz der komplexen medizinischen Situation ein Umfeld geschaffen, das Gemeinschaft, Rückzug, persönliche Gestaltung und Alltag ermöglicht.
Dass der Bedarf an diesem besonderen Angebot groß ist, zeigt auch seine Entwicklung: Der Lufthafen wird inzwischen bereits zum dritten Mal erweitert. Dass diese Erweiterungen möglich sind, ist auch der vorausschauenden Planung von Anfang an zu verdanken. Die Möglichkeit einer späteren Aufstockung wurde bereits im ursprünglichen Entwurf mitgedacht und baulich vorbereitet. Für uns ist das eine besondere Bestätigung des damaligen Konzepts: Ein Gebäude muss nicht nur den Anforderungen seiner Zeit gerecht werden, sondern idealerweise auch auf zukünftige Entwicklungen reagieren können.
15 Jahre nach seiner Eröffnung ist der Lufthafen dafür ein eindrucksvolles Beispiel – ein Ort, der sich weiterentwickelt, weil er gebraucht wird.
Wir gratulieren dem Altonaer Kinderkrankenhaus und dem gesamten Team des Lufthafens herzlich zum 15-jährigen Bestehen und wünschen diesem besonderen Ort alles Gute für die Zukunft.